Sonntag, 17. April 2016

Zur Kuchenoma nach Hartmannsdorf

Das Wetter ist heute nicht besonders, es es ist ziemlich kalt und es soll noch bis Mittag regnen. Gute Gründe also, das Rad mal stehen zu lassen. Aber am Nachmittag bekommen wir Besuch und es ist kein Kuchen im Haus ... so beschließe ich, dennoch eine mittellange Runde zu fahren und suche mir als Ziel die Kuchenoma, auch "Holly" genannt. Bis dorthin sind es etwa 30 Kilometer und dafür reicht die Zeit auch noch, als ich gegen 11 Uhr starte. Die direkte Strecke nach Hartmannsdorf ist ziemlich öde und so nehme ich den kleinen Umweg über Wuhlewanderweg und Köpenick in Kauf. Es hat aufgehört zu regnen und nur vereinzelt begegnen mir andere Radfahrer.
Am Spreeradweg in der Nähe der Kolonie Steinfurt
Die Sonne lässt sich immer öfter blicken und bei leichtem Rückenwind vergeht die Fahrt wie im Fluge. Holly sitzt draußen vor ihrer Backstube und ruht sich aus, sie ist seit 4 Uhr auf den Beinen und hat eine Menge Kuchen und Torten gebacken, von dem nun ein Teil in meine mitgebrachten Behältnisse wandert.
Nun geht es wieder zurück, diesmal gegen den Wind. Kurz vor zu Hause fahre ich in einem Gewerbegebiet an einer Gruppe Kinder vorbei, die mein komisches Gefährt näher betrachten wollen und Jagd auf mich machen. Nur unter Aufbietung der letzten Kräfte gelingt es mir, die Verfolger abzuschütteln :-)

Montag, 4. Juli 2011

Erste Erfahrungen Exped Scout Hammock Combi

In einer Woche will ich im Weserbergland wandern gehen. Da ich unabhängig von Pensionen oder Hotels nach Lust und Laune möglichst naturnah ohne Frühstücksbuffets oder nächtlichen Campingplatzrummel übernachten will, habe ich eine Exped Scout Hammock Combi geordert, eine Hängematte mit Moskitonetz und Tarpdach.
Das Packmaß von 45x18cm lässt sich durch Kompression fast auf die Hälfte verringern.
Der Kater  dient der Dekoration und gehört nicht zum Lieferumfang ;-)
Erfahrungen mit einer einfachen Hängematte hatte ich bei zurückliegenden Touren gemacht, dort leistete sie mir gute Dienste bei erholsamen Mittagsnickerchen.
Mittagsrast im Zittauer Gebirge

Im Garten übernachtete ich in der vergangenen Woche dann probehalber bei trockenem Wetter zweimal damit und schlief dabei besser als im Zelt. Ich liege gerne weich und auf der Seite, was bei diagonaler Lage gut funktioniert. Über die Vor- und Nachteile des Schlafens in Hängematten gegenüber Zelten ist im Internet schon viel geschrieben worden, so dass man sich dort gut informieren kann. Besser ist natürlich, es für sich selbst einfach  auszuprobieren ;-)
Heute kommt also das besagte Schlafgemach mit DHL in's Haus ..... Am Abend ist es dann soweit, ich verkrümele mich in die hinterste Ecke des Gartens, hier ist zwar das Ambiente nicht besonders, aber gut geeignet, um neugierigen Blicken und Nachfragen meiner Nachbarn aus dem Wege zu gehen. Als all-inclusive-Fernreise-Urlauber würden sie sowieso nicht verstehen, was es in Deutschland groß zu entdecken gibt :o)
Da hinten kommt die Matte hin.


Ich mache mich beim Auf-stellen?-bauen?-hängen erst einmal darauf gefasst, meterlange verknotete Schnüre zu entwirren, aber weit gefehlt, die Abspannleinen des Tarp steckt gut durchdacht in kleinen Taschen, wo sie beim Abbauen auch schnell wieder verschwinden können. Auch muss man kein Seemann sein, um mit komplizierten Knoten die Matte zwischen den Bäumen zu spannen. So bin ich bei leichtem Regen schnell fertig und kann das erste Mal Probe liegen:
Mit der Knipse zwischen den Hacken kann man ohne Stativ Selbstportraits machen.
Die andere Richtung mit Gartenblick vorbei an den Käsefüßen  ....

Sieht eng aus, ist aber sehr gemütlich, ich werde hier wohl heute die ganze Nacht verbringen .....
Wenn ich mit der Exped mehr praktische Erfahrungen gemacht habe, werde ich vielleicht ausführlicher berichten. Nur noch schnell ein paar Bilder, wie das ganze von außen aussieht:

Sonntag, 2. Januar 2011

2011 - Die erste Tour

Anfang Januar scheint sich der Winter etwas verausgabt zu haben, es ist immer noch kalt, schneit aber nur noch gelegentlich. Nach den gut überstandenen Feiertagen Gelegenheit, dem Weihnachtsspeck zu Leibe zu rücken .... So mache ich mich dann am 2. Januar auf, um zur Woltersdorfer Schleuse zu fahren. Die Schleuse war schon früher gerne genutztes Ausflugziel im östlichen Berliner Umland, schon meine Großeltern sind mit Fahrrädern dorthin gefahren und haben wie damals üblich selbst Kaffee gekocht Wikipedia . Kaffee kochen will ich nicht und deshalb ist wieder meine Thermosflasche mit an Bord, nach dem mir bei den ersten Touren im Frostbereich regelmäßig die Trinkflaschen eingefroren waren.

Hier ging es nur mit Schieben durch
Nach knapp 20 Kilometern über Münchehofe und Schöneiche ist die Schleuse erreicht. Es ist Mittag und kaum was los, nur die Enten tummeln sich im Wasser. Am Himmel zeigen sich im Norden einzelne Wolkenlücken und ich beschließe, in diese Richtung zu fahren.
Woltersdorfer Schleuse
In Tasdorf verwerfe ich den Plan, noch bis nach Strausberg zu fahren, und drehe in Richtung Heimat ab. Vielleicht liegt es auch an den Spikes in den Reifen oder die Beine befinden sich noch im Winter- oder Festtagsschlaf ...
Kurz vor Münchehofe Sonne satt
Inzwischen sind die Wolken verschwunden und bei strahlend blauem Himmel ist die erste Radtour 2011 dann nach gut 50 Kilometern doch leider zu schnell vorbei. Naja, das Jahr ist gerade mal zwei Tage alt und es wird noch so viele schöne Wochenenden geben ....

Freitag, 31. Dezember 2010

2010 - das war's


Nun ist 2010 vorbei. Hatte ich mich noch im November auf schöne Spätherbsttouren mit dem Mountainbike gefreut, war damit durch den zeitigen Wintereinbruch plötzlich Schluss. Das Jahr endete so, wie es angefangen hatte, mit Eis, Schnee und Kälte. Und obwohl die nutzbare Zeit zum Radfahren dadurch kürzer als in den Jahren zuvor war, konnte ich mit knapp 10000 gefahrenen Kilometern einen persönlichen Rekord aufstellen. Und es waren fast 4000 aufrecht gefahrene Kilometer dabei ;-)
Ende November hätte ich nie gedacht, dass unser Ausflug zum Potsdamer "Glühmarkt" (den Begriff habe ich von Olli, der über die schöne Tour ausführlicher geschrieben hat: KLICK ) die letzte größere Fahrt vor dem Wintereinbruch sein wird. 

In Potsdam auf dem "Glühmarkt"
Schon eine Woche später lagen über 20cm Neuschnee und die Tour mit einem Bekannten zu den Müggelbergen glich einer Schlitterpartie.
Erste Schneerunde zu den Müggelbergen
Zwei Wochen später hatten wir uns auf die arktischen Bedingungen eingestellt und nun ging es mit kälteoptimierter Bekleidung und Spikereifen besser voran.
Tour bei klirrender Kälte um Altlandsberg herum
Auch an den folgenden Tagen schneite es immer wieder, so dass selbst die Straßen eine durchgehende Schneedecke aufwiesen.

Dadurch fuhr ich immer weniger Rad. Vielleicht ist es auch besser so, denn der Körper muss sich auch mal ausruhen können oder eine andere Belastung erfahren. Deshalb ging ich zur Abwechslung Joggen und machte Krafttraining.
Auch zum Wandern kam ich durch den frühen Wintereinbruch nicht. Oft war ich im Dezember im Harz oder wenigstens in Bad Freienwalde einsam durch den Wald gewandert ... naja, der nächste Herbst kommt bestimmt ;-)

Sonntag, 14. November 2010

Die Bolle-CTF

Mit dem Begriff Bolle und CTF kann vielleicht nicht jeder etwas anfangen, deshalb eine kurze Erläuterung. Bolle ist ein altgedientes Mitglied des RC Charlottenburg, Sparte RTF (RadTourenFahren) , sein wirklicher Name ist mir leider nicht bekannt und alle nennen ihn einfach "Bolle". Außerhalb der RTF-Saison, die von Mitte März bis Mitte Oktober geht, möchten viele RTF-Fahrer nicht einfach hinterm Ofen sitzen und auf den Frühling warten, sondern das tun, was sie sonst auch tun, Radfahren. Deshalb haben sich einige kluge Leute die CTF, neudeutsch CountryTourenFahren ausgedacht. Der Ablauf ist ähnlich wie bei einer normalen RTF, nur das es hier abseits von asphaltierten Straßen durch die Botanik geht und die Streckenlängen und die Punktevergabe den schwierigeren Bedingungen angepasst sind. Und die CTF durch den Grunewald wurde von Bolle initiiert und er kümmert sich auch um den reibungslosen Ablauf dieser schönen Tour, deshalb also Bolle-CTF.
Heute findet also die 6. Ausgabe dieses inzwischen schon legendären Vergnügens statt, ich war insgesamt 3 mal dabei gewesen, zuletzt 2007. Grund genug, mal wieder bei dieser schönen Runde durch den Grunewald mitzufahren. Das Wetter ist für Mitte November außerordentlich gut, mehrere Sonnenstunden und bis zu 18 Grad werden von den Meteorologen in Aussicht gestellt.
Um 10 Uhr soll es los gehen, ich mag keine Hetzerei und fahre kurz vor halb 9 Uhr in Kaulsdorf los, die knapp 30km durch Berlin nutze ich gleich für eine kleine Stadtbesichtigung.
 Schon am Frankfurter Tor kommt die Sonne raus.

 Am Gendarmenmarkt wird gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut.

 Blick auf den "Hohlen Zahn"

Leider läuft mir durch die Fotografiererei die Zeit davon und ich komme nun doch auf den letzten Drücker am Start an. Olli, den ich durch das Liegeradfahren kennen gelernt habe und mit dem ich mich verabredet habe, ist schon da. Schnell noch die 7 Euro Startgebühr abgedrückt und schon geht es los. Es gibt zwei Gruppen, eine fährt die anspruchsvollere Runde, wir nehmen, nicht zuletzt weil Olli ein Tourenrad hat, die Gruppe mit dem leichten Schwierigkeitsgrad.

In recht geordneter Zweierreihe geht es Richtung Havel. An manchen Stellen wird es durch Fußgänger und andere Radfahrer etwas eng, und stellenweise hat der viele Regen der letzten Tage den Boden ordentlich aufgeweicht, das tut dem Spaß aber in keinster Weise Abbruch. Der Weg schlängelt sich am Teufelsberg vorbei leicht auf und ab durch den Wald.

Hinter einigen Engstellen wird auf zurückgebliebene Fahrer gewartet, denn die Strecke ist nicht wie bei RTF's üblich ausgeschildert.


Im Sommer würde man nicht so leicht am Strandbad Wannsee vorbeikommen.
In der Nähe von Kohlhasenbrück gibt es Verpflegung, reichhaltig und selbst Kaffee fehlt nicht :o) Die Route ist so gelegt, dass wir hier auf der knapp 50km langen Strecke zweimal vorbei kommen.

Am Griebnitzsee ist es auch etwas schlammig, mit den breiten Schwalbe Albert-Reifen aber kein Problem. Leider ist irgendwann mal auch die schönste Tour zu Ende, ich habe noch etwas Zeit und fahre mit Olli kurz zu ihm nach Hause, denn er lädt mich zum Drachensteigen auf dem Flughafen Tempelhof ein.

Hier ist trotz der vielen Menschen genug Platz, um seine zwei Lenkmatten steigen zu lassen. Und wir treffen hier noch einen Bekannten von Olli, der auch seine Lenkmatte dabei hat.

Der Wind ist auf dem Flugfeld recht kräftig, und so lassen wir erst die kleinere von beiden Matten steigen. Ich darf auch mal an die Lenkschlaufen und Herr über die Matte sein, was wegen des böigen Windes manchmal gar nicht so einfach ist. Es macht großen Spaß, Kurven mit hohem Tempo zu fliegen, an Loopings traue mich noch nicht heran. Leider währt der Spaß nicht lange, die Matte erwischt beim seitlichen Flug die Schnur eines anderen Drachen, ein Lenkseil reißt und die Matte selbst wird durch die Schnur des anderen Drachen an mehreren Stellen zerschnitten und unbrauchbar. So ein Pech!


Ich will zum Kaffee zu Hause sein, verabschiede mich und mache mich auf den Heimweg, natürlich nicht ohne noch an einigen schönen Stellen vorbei zu schauen, hier am Biesdorfer Baggersee
 und hier an der Biesdorfer Kirche an der B1
und hier am Schloß Biesdorf ;-)

Zu guter Letzt fahre ich noch etwas Zickzack durch Kaulsdorf, um möglichst viele Punkte für den Winterpokal zu bekommen, nach 107 gefahrenen Kilometern und 330 Minuten Fahrzeit kommen 22 zusammen. Das war ein super Tag heute, die Wetterfrösche haben nicht zuviel versprochen!
Alle Bilder bei Picasa: Klick
und die Strecke bei Bikemap: Klick
und der Bericht von Olli: Klick

Montag, 8. November 2010

Moddertour durch den Herbstwald

Mit dem MTB durch den Modderwald ;-)
Seit Tagen regnet es, nur heute am Sonntag soll es trocken bleiben. Gelegenheit für eine Radtour ... früh bin ich noch unschlüssig, mit welchem Rad ich wohin fahren könnte. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wegen dem Nebel möchte ich nicht unbedingt nur Straße fahren, also nehme ich heute eine schon länger geplante Rundtour nach Buckow in Angriff. Es soll an an vielen schönen Waldseen vorbei über Prötzel hin und über Strausberg zurück gehen.
Um 9 Uhr starte ich gut verpackt bei Nebel und frischen 3 Grad.

Auch Jogger zieht es um diese Zeit schon raus.

Im Wald dann der Supergau - Pfützen wohin das Auge reicht. Gerechnet habe ich schon damit, aber dieses Ausmaß läßt mich an der Durchführbarkeit meines Planes zweifeln. Naja, erst mal weiterfahren, vielleicht bessert sich der Wegzustand noch.


Die "Alte Spitzmühle" hat noch geschlossen. Um die Zeit sitzen wohl die meisten zu Hause am Frühstückstisch.
 Am Fängersee westlich von Strausberg ist der Weg einigermaßen fahrbar.


Am Großen Lattsee darf nicht geangelt werden.

Schön ist es hier trotzdem und keine Menschseele weit und breit :-)

Blumenthal bei Prötzel

Der Wegzustand bessert sich nicht, ich könnte ja einfach auf die nahe liegende Bundesstraße ausweichen-nein, da muss ich durch ... selbst Schuld :-(

In Prötzel quere ich die neu asphaltierte Strausberger Straße. Trotzdem bleibe ich auf dem geplanten Track und tauche wieder in den Modderwald ein ...

Hier hat jemand seinen Kürbis vergessen.

Das, was vom Schloss Prötzel noch übrig ist, sieht vom weiten ganz gut aus. Ein Investor will hier investieren und ein Luxushotel draus machen. Mal sehen ;-)

Die Verlegung der neuen Gasleitung von der Ostsee nach Tschechien "OPAL"  hat zu meiner Freude eine breite lehmige Schneise hinterlassen, für deren Querung man Gummistiefel bräuchte.

Kunst zum Ausruhen in Prädikow. Ist mit dem Rucksack etwas unbequem, an den habe ich aber nicht gedacht, als ich auf den Selbstauslöser drücke. 

Noch mehr Kunst. Komisch, irgendwie erinnert diese Skulptur an etwas, wenn ich nur wüsste, was ...

Keine Kunst: Halloween- Überbleibsel

Hinter Prädikow wird es durch den Lehmboden noch schwieriger, die Pfützen zu umfahren. Es geht fast gar nichts mehr, so hatte ich mir den Sonntag nicht vorgestellt. Ich werde weich wie der Acker und schenke mir die letzten Kilometer bis nach Buckow, drehe um und ....


... fahre auf dem Strausberg-Oder-Radweg zurück. Ein völlig neues Fahrgefühl lässt meine Laune wieder steigen.

Am Flugplatz Strausberg

In Strausberg werden erst einmal die verbrauchten Kalorien ersetzt. Mein moddriges Äußeres wird von den netten Frauen hinter dem Bäckertresen mitleidig betrachtet und ich verzichte darauf, an einem Tisch Platz zu nehmen und verkrümele mich an einen Stehtisch.


Der heiße Kaffee hat meine Risikobereitschaft gesteigert, und anstatt den kürzesten Weg nach Hause zu nehmen, fahre ich doch noch einen Schlenker durch das Annatal ....

... und um den Stienitzsee herum. Hier kann die Sonne sogar etwas durch die Wolkenschicht durchscheinen.


Wenn ich schon mal hier bin, kann ich gleich auf dem 66-Seen-Wanderweg weiterfahren und komme an den Industrieruinen in Rüdersdorf vorbei.

Das Bülowportal am Museumspark Rüdersdorf 

Zum Schluss werden die Spuren des Tages beseitigt, nach 90 Kilometern ist dann die Schlammpartie zu Ende.
Hier noch die Strecke bei bikemap: KLICK
Posted by Picasa